Holz Lebt

Feine Dielen aus märkischer Kiefer

Kieferndielen verlegen: Lassen Sie den Fachmann ran ...

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… oder machen Sie es einfach selbst.

Natürlich können Sie sich Ihre Dielung legen lassen. Jeder Handwerker aus dem Bereich Parkettverarbeitung oder Innenausbau ist dazu ohne Weiteres in der Lage.
Aber es macht auch sehr viel Freude, sich den Fußboden aus raumlangen Märkischen Kieferndielen  selbst zu legen. Das Erfolgserlebnis stellt sich schon bei mäßigem handwerklichen Geschick ein.
Dazu ein paar Tipps und Hinweise (selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne telefonisch oder per email! erik.heinrich@outlook.com)

A und O: Der Unterbau

Günstig ist es, die Dielen auf Lagerhölzer mit einem Querschnitt etwa 10 x 8 cm oder 10 x 10 cm zu legen. Für die Lagerhölzer empfehlen wir einen lichten Abstand von etwa 80 cm (bis 100 cm geht notfalls). Auf die Lagerhölzer legen Sie Filz- oder Kokosstreifen und tackern sie an (oder kleben mit Teppichband).
Zwischen die Lagerhölzer bringen Sie eine – möglichst organische – Dämmschüttung ein (z.B. Perlite, Blähton, Schaumglas oder Hanf-Lehm-Schüttung).

Zwischen den Traghölzern können Sie natürlich Heizungsrohre oder Kabel verschwinden lassen.

Sie können die Dielen nun ummittelbar auf die Traghälzer / Lagerhölzer aufbringen. Oder aber, falls bei Ihnen der Schallschutz eine wichtige Rolle spielt, Sie machen es so:

Neben die Lagerhölzer legen Sie parallel Latten (z.B. Dachlatten) in die Schüttung, so dass ihre Oberkanten in derselben Höhe wie die der Lagerhölzer liegen. Auf diese Latten schrauben Sie die Dielenbretter durch die Feder (dabei werden die Latten zu den Dielenbrettern herangezogen), so dass sich ein Verbund ergibt, etwa wie ein Floß, das schwimmend auf den Lagerhölzern liegt. Als günstig haben sich Dielenschrauben erwiesen, die eine Bohrspitze haben, sich also ein eigenes Loch bohren, womit eine Spaltung des Holzes vermieden wird.

Historisch genagelt oder modern geschraubt

Wie gesagt, können Sie die Dielen auch direkt auf die Lagerhölzer schrauben oder nageln (immer durch die Feder). Falls Sie den klassischen Nagel bevorzugen: 80 mm Länge mit Senkkopf! Sie schlagen den Nagel ein, bis er nur noch etwa einen cm herausschaut und versenken ihn dann mit einem Senkeisen. Allerdings würde ich bei einer verdeckten Befestigung der Dielen durch die Feder Schrauben den Vorzug geben – schneller und praktischer!

Soll es historisch sein? Dann geht selbstverständlich auch nageln von oben, mit sichtbarem Nagelkopf. Dazu ziehen Sie eine gerade Linie über alle Dielen, damit die Nagelköpfe am Ende in einer Flucht liegen. Achtung! Wenn Sie die Nägel mit Flachkopf einschlagen, dann am Schluss bitte mit sehr viel Vorsicht, denn um den Nagel herum kann das Holz einreißen!

Kann man auch machen: Dielung auf Deckenbalken – Oben Dielen, unten Decke!

Kann man auch machen: Dielung auf Deckenbalken – Oben Dielen, unten Decke!

Der Anfang ist leicht gemacht – das Ende ein bisschen tricky

Die erste Diele wird mit der Nut zur Wand gelegt und mit Keilen auf einen Abstand von 1-2 cm zur Wand gehalten. (Achtung! Besteht der Putz aus empfindlichem Material, z.B. Lehmputz, besser ein Brett zwischen Wand und Keile legen, um den Druck zu verteilen!) Nun lässt sich die Diele wie beschrieben durch die Feder an den Verbundlatten oder den Lagerhölzern fixieren.

Die nächste Diele wird an die erste heran geschoben. Empfehlenswert ist hier der Einsatz von zwei bis vier Dielen-Spanngurten, deren Haken in die erste und jeweils letzte Diele eingehängt werden. (Die gibt es im Werkzeughandel, z.B. bei „Westfalia“. Sie sind nicht besonders teuer und können später, wenn die Dielung im Haus ist, noch als allgemeine Spanngurte weiter verwendet werden. )

Durch Betätigung der Spannratschen wird nun das nächste Dielenbrett heran gezogen. Sollte die Nut nicht sofort auf die Feder rutschen, empfiehlt sich der Einsatz „dosierter Gewalt“: Ein Brettchen mit Nut von ca. 8 cm Breite und 10-15 cm Länge wird auf die Feder der letzten Diele geschoben, möglichst über einem Lagerholz. Dann wird die Diele über dieses Brettchen mit einem Hammer angeschlagen. Mit den Spanngurten wird abwechselnd nachfixiert, bis die Dielen auf Stoß liegen. Unsere Märkische Kieferndielen rutschen allerdings leicht in die Nut, sitzen aber stramm genug. (Ich weiß, Märkische Kieferndielen ist in dem Satz zuvor nicht korrekt geschrieben –  nur zwecks besserer Findbarkeit des Schlüsselworts Märkische Kieferndielen bzw. Märkische Kieferdielen 😉

Etwas fummelig ist meistens nur das Einfügen des letzten Dielenbrettes. Ganz gut geht es eigentlich so: das Brett wird ausgemessen und passend gesägt, so, dass es eine Federbreite (oder etwas mehr) schmaler ist als der Abstand zur Wand. Dann legen Sie es ein und drücken es mit ein paar Keilen, die zwischen Wand und Brett eingetrieben werden, auf die davor liegenden Diele. Auch der Einsatz einer Brechstange als Hebel zwischen Wand und Brett hat sich bewährt. (Auch hier wieder: Ein Brett zwischen Wand und Hebel ,vor allem bei Lehmputz, den wir indes sehr empfehlen.)

Baustelle Hamburger Stadtvilla – Anschluss Dielen / Türschwelle

Baustelle Hamburger Stadtvilla – Anschluss Dielen / Türschwelle

Dielen und Fußbodenheizung?

Massive Kieferndielen auf Fußbodenheizung – geht das? werden wir oft gefragt. Ja, geht. Aber ein paar Dinge sollte man dabei beachten. Dürfen wir Sie zu einem kleinen Exkurs mitnehmen? – Also: Wenn man es sich aussuchen kann, ist eine Wandheizung oder eine Sockelheizung die bessere Alternative zur Fußbodenheizung (FBH), effektiver, angenehmer und weniger allergische Belastung (keine aufsteigenden Stäube). Fehlt der Platz für eine Wandheizung, kommt die FBH ins Spiel. Unter einer massiven Dielung reagiert die FBH etwas träger, also: es wird etwas langsamer warm, aber auch etwas langsamer wieder kühl.

Es gibt zwei FBH-Systemgruppen; die estrichgebundenen und die Trockensysteme. Bei einer estrichgebundenen FBH werden die Dielen in der Regel aufgeklebt. Das ist technisch möglich, dennoch raten wir davon ab. Wieso? Weil die Kleber chemische Produkte sind, deren Schadstoffgehalt, freundlich gesagt, nicht einzuschätzen ist. Dazu kommt, dass eine Fixierung mit Kleber ziemlich endgültig ist und das halten wir bei einem Material mit 200jähriger Haltbarkeit, wie unseren Märkischen Kieferndielen, für eine wenig nachhaltige Idee! Es gibt auf estrichgebundener FBH die Möglichkeit, die Dielen schwimmend zu verlegen, oder sie auf flachen Leisten, die auf dem Estrich liegen, zu verbinden. Allerdings erhöht das die Trägheit der Heizung.

Günstiger ist eines der Trockensysteme. Die Heizschläuche verlaufen zwischen Traghölzern, auf denen die Dielen fixiert werden. Auf die Heizschläuche werden Alubleche gelegt, die die Wärme nach oben direkt zur Dielung leiten. Diese Systeme sind gegenüber den in Estrich verlegten Heizschläuchen effizienter. Dazu kommt, dass man besser drankommt, falls mal eine Reparatur fällig werden sollte.

Übrigens: Fußkalt sind massive Kieferndielen auf einer Dämmschicht keineswegs, auch wenn Sie über die Wände oder mit klassischen Konvektionsheizkörpern heizen.

Und jetzt ein wenig Kosmetik: Oberflächenbehandlung

Unsere Kieferndielen liefern wir fertig fein geschliffen, so dass Sie sofort nach dem Einbau das finish auftragen können (vorher mit dem Staubsauger gründlich absaugen!) Gute Erfahrungen haben wir gemacht mit Fußbodenhartöl von Kreidezeit (es gibt natürlich noch andere Hersteller guter Öle, z.B. Auro, biopin), das die Holzoberfläche härtet, ohne die Poren zu verschließen. Wichtig beim Verteilen des Öls ist, es nicht zu gut zu meinen. Das Öl muss vollständig einziehen. Jeder Überstand, kleine Pfützen, etc., muss mit einem Tuch abgewischt werden, sonst gibt es hinterher eine saumäßige Kleberei! Sie merken gut, wenn das Holz gesättigt ist. Wenn Sie ein- bis zweimal ölen, hat das Holz eine gute Oberflächenhärte

Ist das Öl vollständig getrocknet, können Sie Fußboden-Hartwachs auftragen.

Auch hier gibt es eine wichtige Regel: Das Wachs sollte in einem Zeitfenster von etwa 4-6 Stunden nach Auftrag einpoliert werden. Und zwar entweder mit einem schönen, altmodischen (und bald wieder modernen) Bohner-Blocker, oder mit einer elektrischen Poliermaschine, wie man sie sich bei manchen Reinigungsfirmen ausleihen kann.

Fertig! Zur Pflege empfiehlt es sich, feucht zu wischen, wobei Sie dem Wischwasser einen Schuss Flüssigwachs zugeben. Etwaige Schrammen in der Oberfläche oder abgenutzte Stellen im Wachs werden so „geheilt“.

Viel Freude beim laufen, tanzen oder herumliegen auf Ihrem schönen, soliden und edlen Fußboden. Märkische Kieferndielen!

Geht natürlich auch! Gebeizt und versetzt gelegt

Geht natürlich auch! Gebeizt und versetzt gelegt