Wir und die Märkischen Kieferndielen – Regional – Holz Lebt2019-02-28T09:14:30+00:00

Wir und Märkische Kieferndielen

Zukünftige Märkische Kieferndielen (im Hintergrund)

Nennen Sie es Schlossdielen, Landhausdielen oder
Massivholzdielen – wir nennen es Märkische Kieferndielen.

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Vor etwa 20 Jahren bezogen wir dieses dicke, alte Bauernhaus im Havelland. Wir sanierten das Haus von Grund auf. Leider (oder aus heutiger Sicht: zum Glück) gab es in dem Haus keine guten Fußböden mehr. Wir wollten schöne, massive Dielen aus solider Kiefer haben. Aber was wir suchten, fanden wir im konventionellen Holzhandel und in Baumärkten nicht. Allenfalls gab es Dielen in 14 oder höchstens 22 cm Breite und in oft wenig überzeugender Qualität. Dabei stehen in den Wäldern, die uns umgeben, die prächtigsten Kiefern für historische Märkische Kieferndielen!

In den Wäldern konnten wir aber beobachten, wie Holzproduktion heutzutage läuft: Ohne Rücksicht auf die Jahreszeit und Vegetationsperiode werden ganze Bestände in Kahlschlagmanier und mit großen Maschinen „geerntet“, das Holz wird in Massen der verarbeitenden Industrie zugeführt, die daraus Spanplatten oder  Brettware herstellt. Importware aus Skandinavien oder Osteuropa wird auf dieselbe Weise geworben und verarbeitet, dazu kommen lange, ökologisch wenig sinnvolle Transportwege.

Als Alternative kamen Kieferndielen aus Abrisshäusern in Frage, die gab es bei Spezialisten, meistens zu überhöhten Preisen, Nagellöcher und Wurmgänge gratis.

Das kam uns absurd vor. Wir leben in Brandenburg umgeben von Kiefernwäldern, haben den hochwertigen Rohstoff direkt vor der Haustür und sollen uns mit Konfektionsware begnügen?

Also dachten wir: Warum schlagen wir das Holz nicht selbst, lassen es trocknen und zu Dielen bearbeiten? – Gesagt getan. Wir kauften bei Waldbesitzern ausgewählte Kiefern. Wir achteten auf ein günstiges Alter um die hundert Jahre, auf guten Wuchs, auf einen „armen“ Standort, auf dem die Bäume langsam gewachsen sind und eine gute Härte entwickelt haben.

Eingelagerte Bretter warten darauf, Märkische Kieferndielen zu werden.

Nach der Trocknung übergaben wir die Bretter an einen Tischler- und Stellmacher-Familienbetrieb in der Umgebung, wo sie nach alter Handwerkskunst Stück für Stück sorgfältig gehobelt und gespundet (mit Nut und Feder versehen) wurden und voilá! Wir hatten leicht zu verlegende, stilgetreue und edle Dielenfußböden aus Märkischer Kiefer.

Das sahen Nachbarn, Freunde, die uns zu Hause besuchten, sagten: „sowas wollen wir auch“; die Sache sprach sich herum und verhalf uns regional zu Bekanntheit. So entwickelte sich aus dem Eigenbedarf ein Angebot, das sich an alle Renovierer und Haussanierer richtet, denen 0-8-15 nicht genug ist.

Holzpolter vor dem Abtransport

Mit der erwähnten Holzwerkstatt arbeiten wir zum Teil noch heute zusammen, sowie mit einem weiteren kleinen Familienbetrieb, der in vierter Generation Holz verarbeitet.

Und wie so ein Dielenboden aus Märkischer Kiefer aussieht, davon können Sie als Interessent sich bei uns zu Haus gerne ein Bild machen (und sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee beraten lassen zum Thema Holzfußboden und Hausrenovieren überhaupt).

Wir erzeugen „slow Holz“. Holz braucht Zeit zum Wachsen, zum Trocknen, für die Bearbeitung – dann bleibt es lange Zeit beständig. Generationen lang.

Hält viele Generationen lang. Uralte Kieferndielen im Landtag des Prager Schlosses.

Nur noch hundert Jahre wachsen und dann vielleicht märkische Kieferndiele werden!